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CHRISTIAN KAPPE

Trompete + Flügelhorn

platzhalter

eight short storys

Eigentlich erstaunlich, wie unprätentiös eight short stories, die CD-Veröffentlichung des Marc Brenken – Christian Kappe Quartetts, daher kommt. Während anderenorts mit viel marktschreierischem Getöse die nächste langbeinige Reinkarnation von Ella Fitzgerald oder Billie Holiday gefeiert wird und jeder zu glauben scheint, dass sich Pop-Hits im moderaten Jazzgewand unbegrenzt verkaufen ließen wie warme Semmeln, hat das Quartett um den Pianisten Marc Brenken und den Trompeter Christian Kappe einfach ein verdammt gutes Jazzalbum eingespielt. Zu hören gibt es auf dem Debut-Album des Quartetts ehrlichen Jazz, in der Tradition verwurzelt, ohne diese unreflektiert zu zitieren.

Die acht Kompositionen von Marc Brenken, dessen Musik bereits zum Erfolg des Films Sonnenallee beigetragen hat, spielen lustvoll mit Bezügen und Querverweisen. Hier vermeint man einen Hauch von Richie Beirach zu vernehmen, da lugen mit breitem Grinsen Erroll Garner und Osacar Peterson aus den Noten und auch Wynton Kelly, John Taylor, aber auch Pat Metheney und John Scofield haben ihre Spuren hinterlassen, und doch ist das, was da zu hören ist, immer unverkennbar Kappe-Brenken. Trompeter Christian Kappe - festes Mitglied der Barbara Dennerlein Band und Jasper van´t Hofs aktuellem Projekt „HotLips" - bringt den unverkrampften Umgang mit den stilistischen Elementen der Großen des Jazz auf die griffige Formel der „wohl verdauten Tradition". Was er meint, wird beim Anhören der eight short stories klar. Natürlich beherrschen die Musiker sämtliche Ausdrucksformen des Main-Stream und nutzen sie ganz selbstverständlich als Gestaltungselemente ihres eigenständigen Stils.

Neben den beiden Namensgebern des Quartetts gehören der Kontrabassist Alexander Morsey, den man in Münster wahrlich nicht mehr vorstellen muss, und der Schlagzeuger Marcus Rieck zur Formation. Eine Rhythmusgruppe, die unterschiedlicher nicht sein könnte und vielleicht gerade darum aufs Beste miteinander harmoniert. Der zupackende Humor Morseys – berühmt-berüchtigt für seine gestrichenen Scat-Soli – trifft auf das feinnervige Schlagzeugspiel Marcus Riecks. Der Kölner Schlagzeuger beherrscht die Kunst, mit wohldosiertem, sparsamem Einsatz seiner enormen technischen Möglichkeiten die Musik zum Klingen zu bringen und dabei zu swingen wie die Hölle.

Über dem starken Fundament dieser Rhythmusgruppe lassen sich musikalische Gedanken vortrefflich entwickeln. So etwa, wenn die Vier beim „Toy Train Song" die als Kind so geliebte Holzeisenbahn des Pianisten noch einmal abfahren lassen und man das Geratter des Zuges förmlich zu vernehmen meint. Oder der Zuhörer eingeladen wird, dem improvisatorischen Mäandern der elegischen Melodieanlage eines kleinen polnischen Flüsschens „Strumyk" zu folgen, nur um kurz darauf mit nervösem, hektischem Puls ins „Wespennest" zu stechen. Die Kompositionen Marc Brenkens erzählen dem Zuhörer kleine Geschichten. Selten einmal stimmen Titel einer CD und das, was auf ihr zu hören ist, so ideal überein. Die „eight short stories" des Marc-Brenken – Christian Kappe Quartetts nehmen den aufmerksamen Zuhörer mit auf eine spannende musikalische Reise, auf der es so manche Entdeckung zu machen gibt.

Stefan Herkenrath, Westfälische Nachrichten

 

"Und wie auch immer Pianist Marc Brenken das bekannte Ausgangsmaterial umspielte, es variierte oder darüber improvisierte, war schon hinreißend."

Buersche Zeitung

 

"Fabelhafter Tastenzauber: der Essener Marc Brenken beim JOE-Festival im RWE-Pavillon (...) ...und Alex Morsey zum Beispiel, auf seine Art unverwechselbar und originell, könnte sich im Vergleich mit US-Stars glänzend behaupten. Was Morsey gleich doppelt bewies. Erst unterfütterte er im Team mit Drummer Marcus Rieck (klasse!) den fabelhaften Tastenzauber von Marc Brenken, der mit Trompeter Christian Kappe entzückend schöne poetische Dialoge führte. (...)"

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

 

"Im Quartett mit dem Trompeter Christian Kappe ließ der Essener Pianist die lange Nacht ausklingen. Mit ausdrucksstarken modernen Jazzkompositionen, die, lyrisch veranlagt, dennoch oft einen packenden Biss aufwiesen."

Ruhr-Nachrichten

 

"So ungewöhnlich wie seine Körpersprache ist, so ungewöhnlich sind die Kurzgeschichten, die der Pianist und Komponist Marc Brenken im Hot Jazz Club erzählt (...) Kurzgeschichten, die Marc Brenken durchweg als höchst unterhaltsamen Autor ausweisen."

Münstersche Zeitung

 

Kappe, Brenken, Jazz Tolles Duo am Start
Christian Kappe (Trompete) und Marc Brenken (Klavier) haben sich zusammengetan. Ihr nagelneues Duo heißt sinnigerweise Christian Kappe - Marc Brenken Duo und bewies bei seiner Premiere am Samstag in der "Jazzschiene" der Kulturschiene, dass die Zweierbesetzung im Jazz einzigartige Formen musikalischer Konversation ermöglicht. Das Repertoire der beiden äußerst versierten Musiker umfasst Kompositionen, die zu Standards eines knappen Jazz-Jahrhunderts gehören. Doch neben Stücken von Kurt Weill über Dave Brubeck bis hin zu Kenny Wheeler erklangen auch Eigenkompositionen, die sich mit dem gebotenen Stilmix von Balladen, swing- und lateinamerikanisch gefärbten Stücken sehr schön ergänzten. Nach kurzer Vorstellung der Themen gönnten sie sich genügend Freiraum für Improvisationen, die sich sowohl zu einem feurigen Dialog aus schroffen Phrasen, als auch zu nebeneinander laufenden Melodielinien entwickelten. Originell und ideenreich waren die Stücke arrangiert - was sich nicht zuletzt bei den oft prägnant kurzen Schlüssen zeigte. Zu oft hat man schon Musiker gehört, die sich auch noch auf in die Länge strapazierten Schlussakkorden produzieren müssen. Der zumeist weiche Anschlag des Pianisten Marc Brenken harmonierte in dem Zusammenspiel sehr gut mit dem lyrischen Sound des Trompeters und Flügelhornisten Christian Kappe, dessen Ton auch in schnelleren Passagen nichts an seiner Wärme einbüßte. Überhaupt stand das sich gegenseitig unterstützende Miteinander in der musikalischen Konversation im Vordergrund. Weniger war das Duo Kappe-Brenken darauf bedacht, radikal Spannungen im Dialog herauszufordern. Doch auch wenn zwei sich nicht streiten, freut sich am Ende der Dritte - das Publikum nämlich.

Westfälische Nachrichten, 13. Oktober 2003

 

Artikel zum Konzert "Jazz trotz(t) Karneval" am 05. Februar 2005 im Consol-Theater, Gelsenkirchen:

(...) Der Flügelhornist und der Pianist tauchten ein in hochklassige, ineinander verschlungene Dialoge, die bei der Imitation von Zuggeräuschen in dem Song "Toy Train" viel Humor bewiesen. Wunderschön zart-balladeske, aber auch forsche Töne spielte dieses Duo mit Eleganz und hoher Spielkultur.

NRZ, 07. Februar 2005

 

 

Hörproben

 

Der Kristall

 

 

Strumyk

 

 

 

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